Gewerbegebiet Langebrede: Die neue Rahmenplanung
Die Entwicklung des geplanten Gewerbegebiets Langebrede an der Ecke Bahnhofstraße/Liebigstraße ist anspruchsvoller als gedacht. Umfangreiche Untersuchungen zu Boden und Grundwasser haben gezeigt, dass nicht alle Flächen wie geplant bebaut werden können. Diese Erkenntnisse machen eine grundlegende Überarbeitung der bisherigen Planungen erforderlich.
Anspruchsvolle Ausgangslage
Im südlichen Bereich verhindern die wasserwirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine klassische gewerbliche Nutzung mit Produktionshallen. Die Grundwasserleiter liegen so dicht unter der Oberfläche, dass eine Bebaubarkeit in dieser Art nicht gegeben ist.
Auch im nördlichen Bereich gibt es Herausforderungen: Dort befindet sich eine ehemalige Lehm- und Tongrube, die später verfüllt wurde. Der Boden ist nur gering verdichtet, was eine Bebauung technisch deutlich erschwert. Wichtig ist aber auch: Die Untersuchungen zeigen, dass von möglichen Altlasten keine Gefährdung ausgeht.
Planung wird neu gedacht
Diese Erkenntnisse bleiben natürlich nicht ohne Folgen. Der bisherige städtebauliche Rahmenplan musste vollständig überarbeitet werden. Ziel ist es jetzt, eine Lösung zu entwickeln, die sowohl den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort gerecht wird als auch langfristig tragfähig ist.
Der Teil der Fläche, der bebaubar ist, soll nun vorgezogen und eigenständig entwickelt werden. Hierfür hat der Rat gerade sein Go gegeben und der Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes zugestimmt. Ziel ist es, die übrig gebliebenen Flächen – immerhin 6,5 Hektar – schnellstmöglich entwickeln und vermarkten zu können – denn der Bedarf an Flächen ist da.
Die Flächen, die nicht ohne Weiteres bebaubar sind, sollen in einem zweiten Schritt als Sondergebiete für erneuerbare Energien, also für großflächige Photovoltiakanlagen, ausgewiesen werden. Denkbar ist auch, den Bereich der ehemaligen Lehmgrube vorhabenbezogen für Projekte zu entwickeln, bei denen es wenig Gründung braucht und somit ebenfalls eine gewerbliche Nutzung zu schaffen, z.B. für Materiallager im Baubereich oder im Garten- und Landschaftsbau.
Fazit
Die Rahmenbedingungen in der Langebrede sind ohne Frage herausfordernd. Bodenverhältnisse, Grundwasser und frühere Nutzungen setzen klare Grenzen – und zwingen uns dazu, Planungen anzupassen und neu zu denken.
Gleichzeitig bleibt eines unverändert: Der Bedarf an Gewerbeflächen ist da. Und er wird in Zukunft eher größer als kleiner. Für die Entwicklung unserer lokalen Wirtschaft, für Arbeitsplätze vor Ort und für die finanzielle Handlungsfähigkeit unserer Gemeinde sind geeignete Flächen von zentraler Bedeutung.
Deshalb gehen wir zweigleisig vor: Wir entwickeln die Flächen, die realistisch bebaubar sind, konsequent weiter. Und wir nutzen die übrigen Bereiche sinnvoll – etwa für erneuerbare Energien. Vor allem aber heißt das auch: Wir werden uns intensiv damit beschäftigen müssen, welche Flächen perspektivisch als Ersatz für klassische Gewerbegebiete in Frage kommen.



