Sarah Süß
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30 Jahre Historisches Museum: Ein Stück Steinhagen feiert Geburtstag

Mitten im Heidefest gab es am Sonntag noch einen ganz besonderen Grund zum Feiern: Unser Historisches Museum ist 30 Jahre alt geworden.

Seit 1996 gibt es das Museum mitten im Steinhagener Ortskern – passenderweise im ehemaligen Schlichte-Gebäude und direkt unter der großen Steinhäger-Kruke. Wenn man heute durch die Räume geht, merkt man schnell, wie viel Steinhagener Geschichte dort inzwischen zusammengekommen ist.

Viel mehr als die Geschichte des Steinhägers

Angefangen hat vieles mit der Sorge, dass ein wichtiger Teil unserer Ortsgeschichte verloren gehen könnte. Immer mehr der einst zahlreichen Steinhagener Brennereien verschwanden, Anlagen wurden abgebaut und Maschinen sollten verschrottet werden.

Menschen wie Dieter Flöttmann und Helmut Dellbrügge erkannten früh, dass es sich lohnt, diese Dinge zu bewahren. Eine alte Brennanlage der Firma Hasenburg wurde gerettet, weitere Exponate kamen hinzu, 1993 wurde der Museumsverein gegründet und drei Jahre später öffnete das Museum seine Türen.

Natürlich spielt die Geschichte des Steinhägers dort bis heute eine große Rolle. Aber das Museum erzählt viel mehr über unsere Gemeinde.

Da ist Tante Paulas Laden, der bei vielen Steinhagenerinnen und Steinhagenern sofort Erinnerungen an die eigene Schulzeit weckt. Da sind die alten Schulbänke, die Steinhagener Apotheke, alte Fotografien und Dokumente und viele weitere große und kleine Geschichten aus unserem Ort.

Genau das mag ich an unserem Historischen Museum: Es bewahrt nicht einfach alte Gegenstände. An vielen von ihnen hängen ganz persönliche Erinnerungen.

Ein Steinhäger, der schmecken soll wie früher

Natürlich durfte bei diesem Geburtstag auch der Steinhäger nicht fehlen. Und zum 30. Jubiläum gab es sogar etwas ganz Besonderes.

Das Museum hat eigens einen neuen Steinhäger kreiert. Das Ziel dabei: Er soll möglichst so schmecken wie der ursprüngliche Steinhäger. Damit wird die alte Brenntradition nicht nur gezeigt und erklärt, sondern tatsächlich noch einmal ein Stück weit erlebbar.

Die allererste abgefüllte Flasche überreichte der Vorsitzende des Museumsvereins, Herbert Mikoteit, an Winifred Schlichte.

Ohne Ehrenamt kein Museum

Seit den Anfängen wird hier gesammelt und sortiert, restauriert und repariert, archiviert und recherchiert. Es werden Führungen angeboten, Schulklassen empfangen, Ausstellungen und Aktionen organisiert und historische Technik erhalten.

Und all das wird ganz wesentlich ehrenamtlich getragen.

Über 30 Jahre haben viele Menschen ihre Zeit, ihr Wissen und ihre Ideen eingebracht. Manche begleiten das Museum schon seit Jahrzehnten. Ohne dieses Engagement hätten wir vielleicht eine Sammlung historischer Gegenstände – aber kein so lebendiges Museum.

Geschichte bewahren – und weitergeben

Besonders wichtig finde ich deshalb, dass auch regelmäßig Kinder und Jugendliche ins Museum kommen. Wenn Grundschulkinder heute in den alten Schulbänken sitzen oder vor Tante Paulas Ladentheke stehen, entdecken sie eine Welt, die für andere noch Teil der eigenen Kindheit war.

So wird Ortsgeschichte greifbar – und von einer Generation an die nächste weitergegeben.

Genau das wünsche ich unserem Historischen Museum auch für die kommenden Jahre: viele neugierige Besucherinnen und Besucher, neue Ideen und vor allem weiterhin Menschen, die Lust haben, sich einzubringen und mit anzupacken.

Herzlichen Glückwunsch zu 30 Jahren Historisches Museum Steinhagen – und ein großes Dankeschön an alle, die diesen besonderen Ort aufgebaut haben und ihn bis heute mit Leben füllen!

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