Sarah Süß
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Rappelkiste: Warum die Spielgruppe ein Verein wird

Die Steinhagener Rappelkiste ist seit 23 Jahren eine feste Institution der Kinderbetreuung in Steinhagen. Bestand sie bislang als lose Elterninitiative, so haben sich Bürokratie und formale Anforderungen inzwischen deutlich verändert und erhöht. Zukünftig wird die Rappelkiste als Verein agieren. Erfahren Sie, warum das notwendig ist und was sich dadurch ändert – und was nicht.

Die Rappelkiste

Steffi Rottmann ist Erzieherin und seit 23 Jahren Leiterin der Rappelkiste. Zunächst im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, dann im Untergeschoss der Gemeindewerke am Westernkamp und schließlich in zentraler Lage am Pulverbach bietet die Rappelkiste seit dem eine Spielgruppe für inzwischen knapp 15 Kinder ab 2 Jahren. Dabei punktet sie vor allem mit günstigen Elternbeiträgen von 35 Euro bei einer Betreuungszeit von 8 bis 12 Uhr.

Bürokratische Hürden

Lange Zeit konnte die Rappelkiste ohne formale Rechtsform als lose Elterninitiative bestehen. Natürlich sind die Anforderungen in den letzten 23 Jahren gewachsen. Die Versicherung der Mitarbeitenden, die offizielle Anmeldung bei der Minijobzentrale – das alles sind Dinge, die zwar Verwaltungsaufwand bedeuten, aber durchaus ihre Berechtigung haben. Gescheitert ist das unkomplizierte Konstrukt letztlich an einem fehlenden Elster-Zugang beim Finanzamt. Ohne Rechtsform keine Steuernummer – weder Finanzamt noch Jugendamt konnten eine Lösung bieten. Die Folge: Zukünftig hätte Steffi Rottmann keine Anmeldungen mehr bei der Minijobzentrale vornehmen können.

Die Lösung

Hilfesuchend wand sie sich ans Rathaus und gemeinsam mit Jens Hahn steckten wir die Köpfe zusammen und brüteten über möglichen Lösungswegen für die Rappelkiste. In Betracht kam am Ende nur eine Vereinsgründung. Und genau die steht nun an. Leichter gesagt als getan, denn auch an der Gründung eines Vereins hängen eine ganze Menge Formalitäten. Nun ist es aber fast geschafft, ab dem 1. August ist die Rappelkiste offiziell: Die Rappelkiste – Steinhagen e.V.

Was ändert sich dadurch?

Die Rappelkiste ist dann ein eingetragener Verein – mit Steuernummer und Elster-Zugang! Vor allem bedeutet die Vereinsgründung also, dass die Spielgruppe fortbestehen kann – eine sehr gute Nachricht für Steinhagen. Die Eltern, die ihr eKinder in der Rappelkiste betreuuen lassen möchten, müssen zukünftig Mitglied des Vereins werden – mindestens für 1 Jahr. Der Elternebitrag von 35 Euro bleibt gleich, zusätzlich fallen monatlich 10 Euro an Vereinsmitgliedschaft an. Das ist immer noch günstig, kann für die Rappelkiste aber durchaus auch eine Chance sein. Denn bislang reichten Elternbeiträge und Zuschuss des Kreises Gütersloh kaum aus, um neben den laufenden Kosten auch einmal neue Anschaffungen zu tätigen. Als Verein darf die Rappelkiste nun auch spenden entgegen nehmen und entsprechende Spendenquittungen ausstellen!

Übrigens: Man darf auch Vereinsmitglied werden, ohne ein Kind in der Rappelkiste betreuuen zu lassen. Das unterstützt die Arbeit von Steffi Rottmann und ihrem Team, und so ein Verein lebt ja letztlich von seinen Mitgliedern!

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